15 / 09 / 2026 in Kern News Recruiting-Tipps
Von der Praxis für die Praxis: KERN Workshops
Gutes Recruiting ist kein Zufall. Im Interview spricht Claudia Waser darüber, wie die KERN Workshops entstanden sind, welche Herausforderungen Unternehmen heute im Recruiting beschäftigen und warum Praxisnähe, Struktur und die richtigen Methoden den entscheidenden Unterschied machen.
Recruiting ist längst mehr als das Schalten von Stellenanzeigen und das Führen von Bewerbungsgesprächen. Gerade Führungskräfte und HR-Teams stehen heute vor der Herausforderung, Prozesse professionell zu gestalten, Kandidat:innen gezielt anzusprechen und gleichzeitig für eine positive Candidate Experience zu sorgen.
Mit den KERN-Workshops unterstützen wir Unternehmen dabei, genau hier anzusetzen. Im Interview erklärt Claudia Waser, wie die Workshop-Formate entstanden sind, welche Themen im Fokus stehen und warum individuelle Lösungen und echte Praxiserfahrung dabei den Unterschied machen.
Claudia, was war der Auslöser für die Entwicklung der KERN Workshops?
Der konkrete Anstoß kam aus einem Kundenprojekt. Ein neu strukturiertes HR-Team stand vor der Herausforderung, bestehende Recruiting-Prozesse klarer zu definieren und mehr Struktur sowie Orientierung in den Auswahlprozess zu bringen. Gleichzeitig führten Führungskräfte Erstgespräche mit Bewerber:innen häufig ohne Unterstützung durch HR. Dabei fehlten sowohl ein einheitlicher Leitfaden als auch ein gemeinsames Verständnis davon, wie ein professionelles Bewerbungsgespräch aufgebaut und geführt werden sollte.
Für uns war schnell klar: Hier gibt es konkreten Handlungsbedarf – und gleichzeitig großes Potenzial, die Qualität im Recruiting nachhaltig weiterzuentwickeln.
Mich persönlich hat die Idee auch deshalb sofort begeistert, weil ich sehr gerne Workshops moderiere. Ich finde es spannend, unsere Erfahrung aus der täglichen Recruiting-Praxis weiterzugeben, gemeinsam mit Unternehmen an konkreten Herausforderungen zu arbeiten und Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich im Arbeitsalltag funktionieren.
Daraus ist schließlich ein Workshop-Angebot entstanden, das unsere Recruiting- und HR-Expertise praxisnah mit den individuellen Anforderungen eines Unternehmens verbindet.
Welche Themen decken die KERN Workshops aktuell ab?
Unser Angebot geht bewusst über klassische Recruiting-Trainings hinaus. Je nach Bedarf beschäftigen wir uns beispielsweise mit „Hire Right“ Recruiting-Kompetenzen für Führungskräfte und „Talent Radar“ Active Sourcing für Recruiter. Darüber hinaus bieten wir Workshops zu weiteren HR- und Leadership-Themen an, beispielsweise zu Führungskräfteentwicklung, Mitarbeitergesprächen oder Onboarding.
Dabei gibt es kein starres Workshop-Programm. Die Themen und Schwerpunkte richten sich danach, wo ein Unternehmen aktuell steht und welche Herausforderungen gelöst werden sollen.
Der gemeinsame Nenner ist immer derselbe: Menschen sollen Sicherheit gewinnen, neue Perspektiven kennenlernen und konkrete Werkzeuge bekommen, die sie unmittelbar in ihrer täglichen Arbeit einsetzen können.
Wie läuft die Entwicklung eines Workshops für Kunden bei KERN?
Am Anfang steht immer eine genaue Bedarfserhebung. Gemeinsam klären wir Fragen wie: Wo steht das Unternehmen aktuell? Welche Herausforderungen bestehen? Wer nimmt am Workshop teil? Und vor allem: Was soll danach konkret anders sein?
Auf dieser Basis entwickeln wir ein erstes Grobkonzept, das mit dem Unternehmen abgestimmt und anschließend zu einem individuellen Workshopdesign ausgearbeitet wird. Erst dann geht es in die tatsächliche Durchführung. Dadurch stellen wir sicher, dass nicht einfach ein bestehendes Trainingsprogramm übernommen wird, sondern ein Format entsteht, das zu den Teilnehmer:innen, zur Organisation und zur jeweiligen Ausgangssituation passt. Das ist für uns ein wesentlicher Qualitätsfaktor.
Was unterscheidet die KERN Workshops von klassischen HR-Trainings?
Vor allem die Kombination aus Individualität und echter Praxiserfahrung.
Wir arbeiten nicht mit allgemeinen Fallbeispielen, die mit dem Arbeitsalltag der Teilnehmer wenig zu tun haben. Stattdessen bringen sie reale Situationen, Herausforderungen und Fragestellungen aus ihrem Unternehmen mit in den Workshop.
Diese werden gemeinsam reflektiert und bearbeitet. Bestehende Prozesse können dabei genauso auf den Prüfstand kommen wie persönliche Vorgehensweisen oder konkrete Gesprächssituationen. Neue Methoden werden anschließend direkt ausprobiert und auf die eigene Praxis übertragen. Dazu kommt unsere Erfahrung aus dem täglichen Recruiting, Active Sourcing, HR und Leadership. Wir wissen aus der Praxis, welche Situationen tatsächlich auftreten und wo Prozesse häufig ins Stocken geraten.
Unser Anspruch ist daher nicht, möglichst viel theoretisches Wissen zu vermitteln. Entscheidend ist, dass am Ende konkrete Lösungen entstehen, die im Unternehmen auch tatsächlich angewendet werden können.
Was hat dich in Bewerbungsgesprächen über die Jahre besonders überrascht?
Wie stark sich der erste Eindruck im persönlichen Gespräch verändern kann – und zwar auf beiden Seiten.
Ein Lebenslauf kann auf den ersten Blick vielleicht nicht perfekt zu einer Position passen und trotzdem sitzt einem im Gespräch plötzlich eine Person gegenüber, die fachlich, persönlich und mit ihrer Motivation enorm überzeugt. Umgekehrt kann eine Position auf dem Papier sehr attraktiv wirken und Kandidaten stellen im Gespräch fest, dass beispielsweise die Unternehmenskultur, das Führungsverständnis oder die Erwartungen nicht zu ihnen passen.
Genau deshalb ist ein Bewerbungsgespräch keine einseitige Prüfung. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen.
Eine gute Struktur und die richtigen Fragen sind wichtig. Genauso wichtig ist aber, wirklich zuzuhören und Raum für einen offenen Dialog zu schaffen.
Was ist aus deiner Sicht einer der häufigsten Fehler von Führungskräften im Bewerbungsgespräch?
Viele Führungskräfte denken verständlicherweise sehr stark aus der Perspektive ihres eigenen Fachbereichs. Sie kennen die Position und die fachlichen Anforderungen hervorragend und möchten Kandidat:innen entsprechend viele Informationen vermitteln.
Dadurch passiert allerdings schnell, dass sie selbst zu viel sprechen und zu wenig fragen.
Dann bleibt zu wenig Raum, um wirklich herauszufinden: Wie denkt eine Person? Wie geht sie mit bestimmten Situationen um? Was motiviert sie? Welche Erwartungen bringt sie mit? Und passt sie neben der fachlichen Qualifikation auch zur Aufgabe, zum Team und zum Unternehmen?
Ein weiterer Punkt ist die fehlende Struktur. Wenn Interviews sehr unterschiedlich geführt werden, werden Kandidat:innen schwerer vergleichbar und Entscheidungen stärker von einzelnen subjektiven Eindrücken beeinflusst.
Wir möchten Führungskräften deshalb Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie Gespräche strukturierter und sicherer führen sowie Antworten besser einordnen können. Gleichzeitig darf man einen wichtigen Punkt nicht vergessen: Ein Bewerbungsgespräch ist nicht nur ein Auswahlmoment, sondern immer auch ein Begeisterungsmoment. Auch das Unternehmen bewirbt sich bei der Kandidatin oder dem Kandidaten.
Beim Thema Active Sourcing herrscht in vielen Unternehmen noch Unsicherheit. Woran liegt das?
Ich würde gar nicht sagen, dass sich HR-Teams grundsätzlich damit schwertun. Häufig fehlen schlichtweg die notwendigen zeitlichen Ressourcen oder das entsprechende Know-how.
Professionelles Active Sourcing besteht eben nicht darin, auf LinkedIn einen Jobtitel einzugeben und möglichst viele Menschen anzuschreiben. Es beginnt bei einer durchdachten Suchstrategie: Wen möchte ich überhaupt erreichen? Wo finde ich diese Personen? Wie spreche ich sie individuell und relevant an? Und wie gelingt es, aus einem ersten Kontakt einen echten Dialog zu entwickeln?
Wenn geeignete Methoden, Suchtechniken und Tools fehlen, kann Active Sourcing sehr zeitintensiv werden. Wir arbeiten beispielsweise auch mit KI-gestützten Tools, um Suchprozesse effizienter zu gestalten, relevante Profile gezielter zu identifizieren oder die Vorbereitung einer individuellen Ansprache zu unterstützen.
Wer Active Sourcing professionell betreibt, verändert auch die eigene Recruiting-Haltung. Man wartet nicht ausschließlich darauf, dass sich passende Kandidat:innen bewerben, sondern geht aktiv in den Arbeitsmarkt und baut Beziehungen zu potenziellen Talenten auf.
Dadurch erweitert sich der Zugang zum Kandidatenmarkt und Unternehmen werden weniger abhängig von klassischen Stellenanzeigen und eingehenden Bewerbungen.
Was sollen Teilnehmer nach einem KERN Workshop konkret mitnehmen?
Vor allem mehr Sicherheit, Klarheit und Handlungskompetenz.
Je nach Workshop können das ganz unterschiedliche Themen sein: ein klarer Leitfaden für Bewerbungsgespräche, bessere Fragetechniken, neue Methoden im Active Sourcing, strukturiertere Mitarbeitergespräche, persönliche Wirkung als Führungskraft stärken oder konkrete Ideen für einen besseren Onboarding-Prozess.
Gleichzeitig möchten wir niemandem eine vorgefertigte Musterlösung mitgeben. Unternehmen und Menschen funktionieren unterschiedlich. Deshalb geht es darum, gemeinsam herauszuarbeiten, welche Methoden zur jeweiligen Organisation und zu den handelnden Personen passen.
Im besten Fall verändert ein Workshop deshalb nicht nur einzelne Methoden, sondern auch die Perspektive auf das Thema. Die Teilnehmer sollen den Raum verlassen und sagen können: „Ich weiß jetzt, worauf es ankommt, ich fühle mich sicherer und ich kann das Gelernte morgen konkret anwenden.“
Genau darin liegt für uns der nachhaltige Mehrwert eines Workshops.
Workshops, die zu Ihren Anforderungen passen
Egal ob Recruiting, Active Sourcing, Leadership oder weitere HR-Themen: Entscheidend ist, dass ein Workshop zur jeweiligen Organisation und ihren konkreten Herausforderungen passt.
Bei den KERN Workshops setzen wir deshalb nicht auf Standardlösungen, sondern auf individuell entwickelte Formate mit direktem Praxisbezug.
Sie möchten Recruiting- oder HR-Kompetenzen in Ihrem Unternehmen gezielt weiterentwickeln? Dann sprechen Sie mit uns über ein Workshop-Format, das zu Ihren Anforderungen passt.